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 Unter Titanen: Verirrt im Wald

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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Sa Sep 08, 2018 2:50 am

das Eingangsposting lautete :

~ Kleines Nebenplay ~

Eine Weile lang hatte Annie geglaubt, das Glück seie ihr hold, und war fast schon entspannt gewesen. Sie hatte es erfolgreich gemeistert, Eren und seinem Anhang das unschuldige Mädchen vorzuspielen. Und zwar indem sie einfach nur eine Treppe herunter gegangen war! Nun ja, ein bisschen mehr hatte es wohl schon gebraucht, doch im Kern war es der Gang in die Dunkelheit gewesen, der sie überzeugt hatte. Vor allem Eren hatte anscheinend überzeugt werden wollen, dass Annie Leonhardt nicht der Weibliche Titan war. Nun, den Gefallen tat sie ihm gern. Solang möglich, zumindest.
Während sie sich auf Schleichpfaden aus Stohess herausgeschlichen hatten, hatte Annie ein Manövergerät aus einem Wachhäuschen gestohlen und sich dem Trupp angeschlossen. Aus Kameradschaft, hatte sie behauptet. In Wirklichkeit musste sie einfach Eren im Auge behalten, für den Fall der Fälle.
Die Gruppe hatte den Plan gefasst, nach Shiganshina zu reisen. Ins Titanengebiet hinein. Für Wissen und Beweise, für einen Freispruch des Titanenjungen und ein Vorwärtskommen für die ganze Menschheit! Und das alles würden sie in einem Keller finden.
Annie war ernsthaft neugierig auf den Keller. Sie wollte gern sehen, was denn der große Hoffnungsschimmer sein sollte, für den die Kundschafter Leib und Leben riskierten. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass irgendwas Tolles dort sein würde. Vermutlich wurde es eine Enttäuschung, bodenlos und zerschmetternd, für Eren.
Der perfekte Zeitpunkt, ihn zu schnappen. Wenn er niedergeschlagen und desillusioniert war, konnte er vielleicht nichtmals wandeln. Und selbst wenn doch: Sie hatte dem grünäugigen Monster schon einmal den Kopf von den Schultern getreten. Das würde ihr wieder gelingen. Irgendwie. Vielleicht sollte sie ihm das Essen mit Vogelbeeren vergiften. Dann wäre er hungrig und elend, und sie wäre satt und zielstrebig.
Ein ausgezeichneter Schlachtplan.
Zunächst hatte auch alles geklappt. Sie waren durch das Rose-Territorium gekommen, ohne von der Militär-Polizei aufgegriffen zu werden. Offenbar hatten die Kundschafter irgendeine Art von Ablenkung eingerichtet, sodass Erens Flucht erst spät auffallen würde. Schließlich hatten sie Mauer Rose überwunden, indem sie einen unbewachten Aufzug für die Pferde missbrauchten, und waren ins Titanen-Gebiet aufgebrochen. Damit ließen sie die Polizei weit hinter sich! Doch dann war alles in die Binsen gegangen.
Spät am Abend hatten sie alle nicht mehr mit Titanen gerechnet. Doch ein kleines Rudel abnormer Krabbler hatte sie alle erschreckt, vor allem die Pferde. Dann hatte es einen riesigen Wirbel gegeben, und ehe Annie sich versah, hatte sie sich allein im Mondenschein wiedergefunden. Allein, bis auf Jean, der ebenfalls mit ihr vom Rest der Gruppe abgeschnitten worden war.
Annie schloss zu Jean auf, spähte über die Schulter hinweg zwischen die Bäume. Sie lauschte angestrengt.
"Ob einer der Titanen wohl hinter uns herkommt?", wandte sie sich leise an Jean.
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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mo Okt 01, 2018 9:27 am

"Aber wieso sollte man sie aufstellen? Und vor allem wer hat sie aufgestellt? Hier draussen gibt es doch keine Menschen mehr, oder?"
Die Verstörtheit war Christa anzuhören. Und ein wenig kroch sie auch Annie in den Nacken. Sie schwieg einen Moment lang. "Mein Vater sagte gern", sprach sie dann langsam, "Wenn etwas kläfft wie ein Hund, wenn es riecht wie ein Hund, und wenn es das Beinchen hebt wie ein Hund, dann ist es vermutlich keine Katze."
Die Botschaft dahinter war einfach: Fakten sprachen eine deutliche Sprache.
Und dann winkte Jean sie herbei. Annie war erleichtert darüber. Sie wollte ebenfalls anschauen, was er untersuchte. "Scheint was entdeckt zu haben", wandte sie sich rasch noch an Christa, dann setzte sie ihr Pferd in Bewegung. Jeans Reittier wurde am Zügel mitgeführt, und gemeinsam gesellten sie sich zu dem Kundschafter.
Jean hatte sich vorhin noch hingehockt, war dann aber wieder aufgestanden. Annie warf einen neugierigen Blick zu seinen Füßen, um zu erkennen, weswegen er in die Hocke gegangen sein mochte, und erspähte das kleine Loch im Erdboden. Erst verstand sie nicht, was sie da vor sich hatte. Doch als sie das Laub rings um die Vogelscheuche erspähte, das geradezu auffällig ebenmäßig verteilt lag, erkannte sie die Grube. Ihre Augen wurden groß.
Annie glitt aus dem Sattel und trat neben Jean, um wie er vorhin in die Hocke zu gehen. Sie spähte durch das Löchlein, das ihr Kamerad geschaffen hatte, hindurch und auf die Reihen angespitzter Pfähle, die den Grund der Grube säumten. Es sah nach unglaublich primitiver Handwerksarbeit aus, doch zweifelsohne stammte es von Menschen. Ein Titan, ein Geistloser, hätte doch kein Loch gebuddelt und spitze Stöcke hinein gesteckt.
Andererseits sind diese Bestien hier schon seit Jahren auf sich allein gestellt, dachte sie, Völlig ohne Führung und ohne Menschen, die sie fressen könnten. Zumindest sollte dies eigentlich so sein.
Annie blickte mit rätselnder Miene zu Jean auf. Eine Augenbraue wanderte in die Höhe.
Und in einer Entfernung von etwa fünfzig Schritt regte sich plötzlich ein kleiner, flacher Hügel aus Zweigen und Laub. Eine Gestalt erhob sich - sie war menschengroß, nichtmals zwei Meter hoch und damit höchstwahrscheinlich kein Titan. Das Grün und das Astwerk, das die Gestalt bedeckten, blieben an ihr wie eine Art Tarnmantel, während sie sich unauffällig in die Büsche zu schlagen versuchte. Ihre Aufmachung ließ jedoch kein Schleichen zu, und ein zur Seite geschobener Zweig knackte besonders hell und laut.
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Jean Kirschstein

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mo Okt 01, 2018 6:08 pm

Genau er zuvor und wie Annie in diesem Augenblick, ging auch Christa in die Hocke und sie beide erkannten, was hier los war. Dass hier offensichtlich eine Fallgrube gebudelt wurde und Jean konnte sich bei der Grösse der Lochs auch schon vorstellen, wen man damit hatte fangen wollen. Vermutlich Titanen? Die ganz grossen Exemplare dürften hier wohl nicht besonders gut Platz haben, aber für die "normal Grossen" reichte die Falle wohl bequem aus. Er empfand etwas Respekt für Denjenigen, der dies getan hatte aber auf der anderen Seite war es aus suspekt. Wieso sollte man freiwillig hier draussen bleiben, Löchern buddeln und Titanen fangen wollen? Und es musste ein Mensch sein, etwas anderes konnte er sich gar nicht vorstellen. Kein Titan würde dieses Werk hier vollbringen. Ausser es war ein Titan wie Eren. Ausser es war sie. Der weibliche Titan. Das Grauen der 57. Expedition.
Er stemmte die Hände in die Hüften und seufzte leise. "Ich vermute, hier lebt ein Mensch. Es könnte natürlich auch dieser eine Titan gewesen sein ... Aber das glaub ich nicht. Oder aber es gibt noch mehr dieser verdammten intelligenten Titanen. Wer weiss das schon ... Aber ich glaube, das hier war ein Me-", doch er konnte seinen Satz nicht zu Ende sprechen. Etwas raschelte, Laub wurde aufgewühlt. Es knackte. Christa schrie auf, kurz, spitz und sofort unterdrückend in dem sie ihre Hände vor den Mund schlug. Jean sah auf und konnte einen Schatten, gekleidet in Blätter, davonhuschen sehen. Er bewegte sich allerdings zu auffällig um übersehen zu werden. Ganz wie ein Schatten verhielt er sich also nicht.
"Was ist das ...? Ein Mensch?", fragte die kleine Blonde und starrte zu der Gestalt hinüber. DIe Pferde schnaubten unruhig, auch sie bemerkten die seltsame Stimmung, die im Moment herrschte.
"Vermutlich dernjenige, der hierfür verantwortlich ist!", schlussfolgerte Jean, er sah zu Annie, "Los, den schnappen wir uns! Christa, du passt auf die Pferde auf.", mit diesen Worten preschte er los, jedoch gut darauf achtend, nicht in eine Falle zu tappen.
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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Di Okt 02, 2018 4:55 am

Annie lauschte schweigend den Gedankengängen von Jean. Er stellte ein paar Vermutungen über intelligente Titanen an, und sie behielt ihre gleichgültige Maske auf. Ehe Eren aufgetaucht war, da war es noch so unglaublich leicht gewesen, diese Menschen zu überraschen. Gut, die weniger genialen Köpfe hatten erst noch eine weitere Begegnung mit einem Wandler haben müssen, um zu begreifen. Doch gewisse Menschen, wie dieser Kommandant der Kundschafter, hatten beängstigend schnell verstanden, was plötzlich im Bereich des Möglichen war.
Armin auch, dachte sie bei sich, Er hat es offenbar weit vor den anderen kapiert.
Dann plötzlich wurde Jean im Satz unterbrochen, und zwar von einem Rascheln und Knacken, und von einem spitzen Mädchenschrei. Annie fuhr aus der Hocke auf und wirbelte herum.
Ein ... Laubhaufen? Sie brauchte einen Moment, um zu verstehen, was sie sah. Und selbst dann vergingen noch ein paar staunende Sekunden, ehe sie völlig verstand. Mensch. Ein Mensch hier im Maria-Territorium.
Der besagte Mensch bemerkte natürlich, dass er erspäht worden war. Er brach in schnelles Laufen aus! Mit dem unförmigen Tarnanzug wirkte dieser Sprint allerdings recht albern.
Jean gab Kommando. Er und Annie nahmen die Verfolgung auf, während Christa die Pferde bewachen sollte.
Annie stürmte los, feuerte nach kurzem Lauf jedoch einen Haken voraus, schräg nach oben und in den oberen Teil eines Fichtenstammes. Mit Gasschub flog sie in die Höhe, verankerte sich ein weiteres Mal und schwenkte auf den Flüchtenden ein, wie ein Bussard, der auf ein Kaninchen zielt. Bereits einen Moment später war sie fast über ihm.
Und jetzt langsam, schoss es ihr durch den Kopf. Nicht zu hart treffen! Sonst bricht er sich noch etwas.
Sie hatte keine Klingen eingesetzt, hielt lediglich die Griffe in den Händen. Nun drosselte sie den Schub, wurde im Abwärtsschwung ohnehin schon schnell genug. Sie schwang tief und zog ein wenig hoch, dann klinkte sie aus. Als spränge sie von einer Schaukel ab. Sie warf die Griffe fort, die durch die Kabel ohnehin nicht weit fortfliegen würden, und sprang dem Flüchtenden ins Kreuz, die Hände in den Tarnanzug schlagend!
Klebrig. Filzig. Nass. Eklig. Und schlüpfrig?
Aufgrund der unförmigen Gestalt hatte Annie nicht wirklich auf Körperteile zielen, weder Arme noch Kopf oder sonstwas packen können. Stattdessen hatte sie geplant, den Menschen mit einem Griff in die Kleidung zu Boden reißen zu können. Doch sie flog allein zu Boden, und mit ihr segelte ein Stück des Tarnanzugs! Es war bloß ein dickes Tuch aus grober Wolle, das mit Kiefernharz oder etwas Ähnlichem behandelt und dann mit allerlei Zweigen und Blättern beklebt worden war.
Theoretisch hätte Annie ordentlich landen können, doch ihre Hände hatten sich nun in diesem Gekruschel verfangen, und so verlor sie das Gleichgewicht und stürzte.
Der Gejagte war wegen des Aufpralls zwar etwas langsamer geworden und hatte sich nun kurz umgedreht, um zu schauen, was ihn angesprungen hatte. Rasch aber - beim Anblick Jeans - wandte er sich wieder zur Flucht, weiter in den Wald hinein. Seine Tarnkleidung war nun ein wenig dünner, aber trotzdem noch ziemlich unförmig.
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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mi Okt 03, 2018 6:16 pm

Annie folgte sofort seinem Befehl und nahm mit ihm die Verfolgung jener seltsamen Gestalt auf, die in Tarnkleidung versuchte, zu entkommen. Es war irgendwie ein lustiges Bild, wie die Person versuchte zu fliehen mit so viel "Gepäck". Sie war langsam und schwerfällig, vermutlich hätten sie keine grossen Probleme, sie einzuholen, sie mussten nur aufpassen, auf keinen Fall in eine dieser Fallen zu treten. Natürlich, eigentlich waren sie für Titanen ausgelegt, doch das bedeutete noch lange nicht, dass nicht auch ein Mensch sie auslösen konnte. Und Jean wollte es lieber nicht ausprobieren.
Annie setzte ihr 3D Manöver ein und Jean musste gestehen, dass die Idee eigentlich gar nicht so dumm war. So konnten sie die Person einholen, ohne gross Aufwand zu betreiben. Ein paar Bäume waren auch vorhanden, was das Ganze doch ziemlich realistisch machte.
Er tat es ihr also nach. Und sah Annie dabei zu, wie sie etwas vor ihm dem Fliehenden im Flug nachsetzte.
Jean liess einen seiner Haken fliegen und bohrte ihn in die obere Hälfte eines Baummes in dessen Stamm. Und noch während der Haken flog, hatte er begonnen zu laufen und fast zeitgleich sprang er in die Höhe, als der Haken den Baumstamm erreichte. Jean setzte zum Fluge an.
Und während er flog, beobachtete er aus den Augenwinkeln, wie Annie den Fliehenden erreichte. Sie stürzte sich auf ihn, wie eine Raubkatze auf ein fliehendes Reh. Irgendwie sah es fast schon etwas brutal aus, doch das Ganze endete anders, als der Hellbraunhaarige erwartet hatte.
Annie rollte zur Seite, in Händen einige Fetzen des Tarnumhanges, während die fliehende Person nun etwas weniger "Gepäck" hatte, aber durchaus noch unerwegs war. Zwar war sie für einen kurzen Moment ins Stolpern gekommen, doch sie schien sich nicht beirren zu lassen.
Doch Jean hatte die Person inzwischen überholt. Hatte seinen zweiten Haken erneut in einen nahegelegenen Baumstamm geschlagen - einen anderen, als den davor - und war so in der Lage, in Windeseile an dem Flüchtenden vorbeizuziehen.
Jean setzte seinen dritten Haken so, dass er gekonnt auf den Boden auftreten konnte. Denn darin war er gut, im 3D Manöverfliegen machte ihm keiner was vor!
Er kam auf, ging noch einige Schritte um den Schwung vom Flug auszugleichen und klickte dann ein Schwert in einen seiner Griffe. Klirrend schob er es aus der Scheide und richtete dann die Spitze auf die fliehende Person, vor deren Nase er nun stand - mehr oder weniger.
"Halt!", sprach er. Er hatte sich eben einige Worte zurecht gelegt, die er für passend gehalten hatte, die ihn als Anführer hätten gut rüberbringen sollen, doch kaum stand er nun da, waren sie ihm wieder alle entfallen ...
"Wer bist du? Wenn du vor uns fliehst, müssen wir annehmen, dass du uns feindlich gesinnt bist!", war das gut? Ja, oder?
Er hoffte, das Annie sich wieder gefangen hatte und nun im Rücken des Fremden stand, dann hätten sie ihn mehr oder weniger in der Zange.
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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Fr Okt 05, 2018 11:17 pm

Der Flüchtende kam hastig zum Stehen, offenbar erschrocken darüber, dass Jean so plötzlich vor ihm auftauchte. Angesichts der Schwertklinge, die auf sein vermummtes Gesicht gerichtet wurde, wich er zurück und wandte sich halb um, wie auf der Suche nach einer weiteren Fluchtmöglichkeit.
Annie war inzwischen wieder auf den Beinen. Sie hatte die Wolldecke von den Händen gestreift, indem sie mit dem Fuß darauf getreten war. Was zur Folge hatte, dass das harzige Tuch nun unter ihrer Stiefelsohle klebte. Sie schleppte es mit sich, und nun zog sie ebenfalls die Klingen blank. Annie wollte Blut sehen. Ihre Hände waren natürlich noch immer mit Kiefernharz verklebt, und nun ruinierte sie notgedrungen auch die Griffe ihres Manövergerätes damit.
Der Flüchtige entschloss sich dazu, besser mit Jean zu reden anstelle mit ihr. Er hob die dick umwickelten Arme, und seine Stimme kam dumpf aus mehreren Lagen Stoff hervor.
"F-Feindlich? Ich bin nicht feindlich!", erklärte er, und seine Stimme ließ sich der eines jungen Mannes zuordnen. "Habe auch nichts Falsches getan, bin nur auf der Durchreise! Habe nichts geklaut, das dem Großen, Erhabenen - Moment mal."
Irgendwo unter all den Schichten aus Wolle, Zweigen und Blättern stutzte es.
"Du ... Was bist du für einer? Wieso habt ihr noch Gas? Und wieso benutzt ihr es auf etwas wie mich?"
Annie furchte die Stirn. An dem Fremden vorbei schaute sie zu Jean. Und ergriff dann das Wort, da sie selbst es gewesen war, die das Manövergerät zuerst gebraucht hatte.
"Warum auf etwas wie dich?", knurrte sie, "Na, es ist ja nicht so, dass wir lediglich einen Schmetterling haben fangen wollen, oder?" Er war schließlich ein verdammter Mensch in einem jahrelangen Titanen-Jagdrevier.
Der Fremde warf einen erneuten Seitenblick auf Annie, durch schmale Augenlöcher hindurch. "Na, es ist ja nicht so", versetzte er und imitierte dabei Annies beißenden Tonfall, "als wäre ich etwas Besseres als ein Insekt. Nicht so - wie Ihr, sicherlich!" Damit kehrte sich seine Aufmerksamkeit wieder zu Jean, und die Stimme wurde so freundlich, dass es schon an Schleimerei grenzte. Sie stand in krassem Gegensatz zu dem Tonfall, den er bei seinen ersten Worten angeschlagen hatte. "Nicht so wie Ihr, nein. Nicht so wie dieser junge Herr hier, mit Gas, Pferden, solch ordentlicher Uniform und auch noch zwei Frauen bei sich!"
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Jean Kirschstein

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mo Okt 22, 2018 6:05 pm

Nun war es Jean, der stutzte. Es war seltsam, die ganze Situation war seltsam. Angefangen dabei, dass dieser Mensch allem Anschein nach alleine hier lebte - wer weiss wie lange schon - und es tatsächlich geschafft hatte, bisher noch nicht von einem Titanen gefressen zu werden. Wie er das wohl angestellt hatte? Hatte er etwa wirklich Titanen mit seiner primitiven Falle fangen können? Hatte er sie danach getötet? Musste wohl so sein, ansonsten würde man hier noch irgendwo welche rumliegen sehen. Da aber die Körper ziemlich schnell verdampften, sobald diese Ungeheuer tot sind, war das wohl die einzige Erklärung.
Der junge Mann plapperte auch seltsames Zeug, das Jean nicht so ganz verstand. Sie hatten noch Gas und Klingen und setzten es auf so Jemanden wie ihn ein.
"Was willst du damit sagen?", fragte nun auch Jean, nach dem Annie ihr Glück versucht hatte. Und ja, Jean war es aufgefallen, wie sehr die Stimme des Fremden umgeschlagen war. Wie unfreundlich er mit der Blonden sprach und wie schmalzig seine Stimme war, als er sich wieder an ihn gewandt hatte.
Und für einen Moment dachte Jean dann tatsächlich darüber nach, wie das aussehen mochte. Er hatte Gas, ein Pferd, Klingen und zwei Frauen bei sich. Zwei Frauen! Okay, jetzt war nicht der Zeitpunkt um wirklich über solche Dinge nachzudenken, aber es war ihm bis dato noch gar nicht aufgefallen und ja, der Gedanke gefiel ihm! Es liess ihn sogar für einen Bruchteil einer Sekunde lächeln, bevor sein Gesicht wieder todernst wurde.
Er senkte langsam die Klinge, die er auf sein Gegenüber gerichtet hatte, vermutete nun doch vorerst keine Gefahr mehr von ihm. Immerhin führten sie nun ein Gespräch. Er war gespannt, wohin ihn das führte.
"Was machst du hier draussen alleine? Wieso lebst du überhaupt noch?", er machte eine kurze Pause, bemerkte, dass seine Worte vielleicht auch falsch aufgenommen werden könnten und fügte hinzu: "Versteh mich nicht falsch ... Ich meine, wie hast du es geschafft, so lange hier draussen zu überleben, alleine auf dich gestellt? Oder gibt es hier noch mehr Menschen die so leben wie du?"
Würde er innerhalb der Mauern leben, hätte er auch Gas und Klingen und ein Pferd. Ob er Frauen hätte, das wäre wiederum eine andere Frage ...
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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Sa Okt 27, 2018 12:30 am

Eklig. Klebrig. Widerlich. Das Harz an ihren Händen verdarb Annie den glorreichen Moment, menschliches Leben im Maria-Gebiet entdeckt zu haben. Halbwegs menschlich nur, korrigierte sie sich innerlich. Dieser Waldschrat mit seinem seltsamen Tarnzeug, das so unförmig daher kam, dass man nichtmals vernünftig laufen, geschweige denn schleichen konnte. Wer dachte sich so etwas bloß aus? Dass dieser Kerl noch nicht gepackt und gefressen worden war, lag sicherlich nicht am Tarnanzug, sondern an seinem Glück, das er eimerweise haben musste.
Oder vielleicht, fügte sie in Gedanken hinzu, hassen es die Titanen auch, ihn anzufassen, und haben ihn deswegen noch nicht eingesammelt ...
Plötzlich huschte ihr das Bild durch den Kopf, wie eine Titanenhand nach dem komischen Kerl griff, ganz ähnlich, wie sie sie selbst auf ihn zugeflogen war, und sich ...
Interessant.
Währenddessen hatte der Fremde damit begonnen, gar schmalzig mit Jean zu reden. Während Jean für einen kurzen Moment strahlte wie der Vollmond, schnellte bei Annie nur eine Augenbraue in die Höhe. Was das gerade eine Werte-Hierarchie? Stehe ich unter dem Pferd? Zusammen mit Christa?
Jean sprach weiter.
"Versteh mich nicht falsch ... Ich meine, wie hast du es geschafft, so lange hier draussen zu überleben, alleine auf dich gestellt? Oder gibt es hier noch mehr Menschen die so leben wie du?"
Der Fremde stand einen Moment lang still. Nach einigem Zögern begann er dann, sich zumindest ein bisschen aus der Tarnkleidung zu schälen. Er zog die schwere Kapuze zurück, die ebenfalls mehrschichtig war, und lüftete auch das Halstuch.
Der Mann, der darunter zum Vorschein kam, mochte in den frühen Zwanzigern sein. Er hatte schmutzigblondes, dünnes Haar und eine Haut, die bleich war wie ranziger Quark. Auf seine Wangen prangten tintenschwarze Tätowierungen, welche die Buchstaben "T" und "W" zeigten.
"Naja, wie ich überlebe?", begann er mit zögerlichem Lächeln. "Man tut eben, was man kann, nicht? Und nachts darf ich ja auch wieder zurück ... Maria, von welchem Clan kommt ihr? Gibt es bei euch etwa keine Tagwandler?"
Er deutete auf seine Tätowierungen. "Ihr wisst schon, solche, die man zur Strafe rauswirft, wenn die Sonne aufgeht, und nur nachts wieder -" Plötzlich schreckte er zusammen, wohl wegen seiner eigenen Worte. Rasch riss er die Hände hoch. "Keine Sorge! Ich bin kein Mörder! Mich hat man rausgeworfen aus ... minderen Gründen!" Sein Blick verirrte sich ganz kurz wieder in Annies Richtung. "Ich hab nur die falsche ... egal!"
Annies Augenbraue wanderte noch ein wenig höher. Sie lehnte sich zu Jean herüber. "Will er sagen, er hatte Frauengeschichten?"
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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Di Okt 30, 2018 7:18 pm

Jean bemerkte natürlich nicht, wie Annie sich wohl mit Missgunst innerlich frate, wie sie die Worte des Fremden zu verstehen hatte. Dass er sie, zusammen mit Christa, sogar unter die Pferde stellte, was die Hirarchie anging. Nein, das bemerkte Jean wahrlich nicht, weil Annie meistens immer in etwa gleich dreinschaute. Schlecht gelaunt und irgendwie ständig so, als ob sie in Ruhe gelassen werden wollte. Wieso das so war, wusste der Hellbraunhaarige natürlich nicht. Niemand fragte Annie danach, denn jeder wusste, dass sie sowieso keine Antwort geben würde. Nicht Annie. Sie war nicht umsonst kühl und immer schon eine Einzelgängerin gewesen. Wieso also sollte sie ihnen dann eine Antwort geben, die ihr Verhalten erklären würde? Das erschien so ziemlich jedem einleuchtend, dass das unlogisch wäre.
Sein Blick glitt kurz zur Seite und er bemerkte aus den Augenwinkeln, dass Christa langsam näher trat, zusammen mit den beiden Tieren. Sie wirkte etwas erschreckt. Aber sie achtete auf den Boden, so, dass auch sie die Fallen bemerkt hatte und diese umging.
Gut, dachte Jean bei sich, gutes Mädchen.
Ja, Christa war da ganz anders. Sie war süss, unschuldig, freundlich und hilfsbereit. Sie lächelte und wirkte warmherzig. Sie war im Grunde genommen das komplette Gegenteil von Annie. Zumindest vom Charakter her. Erst jetzt fiel Jean auf, wieviel Ähnlichkeiten die beiden Äusserlich aufwiesen. Beide blondes Haar und schöne, blaue Augen ... Eine kleine Stupsnase.
Jean blinzelte über seine eigenen Gedanken. Wo führten ihn seine Gedanken hier bitte schön hin?
Schnell ermahnte er sich innerlich, beim wichtigen Thema zu bleiben: wer war dieser Fremde.
Dieser hatte sich inzwischen auch schon etwas mehr seiner seltsamen Kleidung entledigt und hervor kam tatsächlich ein Gesicht. Die Buchstaben in seinem Gesicht, die nach einer Tätowierung aussahen, sprangen Jean dabei natürlich sofort ins Auge. Skeptisch musterte er diese, sagte jedoch im ersten Moment noch nichts. Er liess den Kerl einfach ausreden.
Doch was er sagte, verwirrte Jean nur umso mehr. Nachs durfte er ja wieder zurück ...? Clan? Tagwandler? Deswegen wohl das T und das W ...? Und dann wirkte er auf einmal völlig erschrocken, riss die Hände in die Höhe und erklärte sich. Versuchte offensichtlich verzweifelt sie davon zu überzeugen, dass er kein Mörder war.
Jean verstand überhaupt nichts.
Annie war es, die dann das Wort an ihn richtete und ihn etwas fragte. Er blickte zur Seite, in Annies Gesicht, das ihm im Moment gerade sehr nahe war. Er dachte einen Augenblick über ihre Worte nach. Frauengeschichten? Der Kerl sah nicht aus, als ob er jemals überhaupt eine Frau hatte ...
Er zuckte mit den Schultern. "Könnte man denken ... Aber sein übriges Verhalten wirkt irgendwie nicht so. Keine Ahnung. Was meint er wohl mit Tagwandler? Und hast du diese Tätowierung gesehen?", er hielt kurz inne, musterte sein Gegenüber noch einmal und sprach dann weiterhin so, dass nur Annie ihn hören konnte, "Und von was für einer Strafe und was für einem Clan spricht der da? Verstehst du, was der Kerl da redet?", denn er tat es nicht. Er verstand nichts.
Dumpfes Hufgetrampel war zu hören.
"Oh!", hörte Christa eine süsse Stimme, er schaute zu Christa, die nun in Hörweite war, "Was ist dem mit dir passiert? Bist du verletzt?", fragte sie, sie schien ehrlich besorgt zu sein, "bist du ganz alleine hier draussen? Bist du etwa während einer Mission verloren gegangen?"
Jean trat etwas vor, wollte damit die Aufmerksamkeit wieder auf sich lenken und sprach: "Du hast nur die falsche was?", verlangte er dann zu wissen, "Wie du siehst, haben wir kein T und kein W im Gesicht, wir sind keine Tagwandler.", er dachte darüber nach, zu sagen, dass er noch nicht einmal wusste, was das sein sollte, doch er behielt es im Moment noch für sich. Vielleicht würde der Kerl ja dicht machen, wenn er wüsste, dass er für sie im Augenblick komplett wirres Zeug von sich gab.
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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mi Nov 14, 2018 3:17 am

"Und hast du diese Tätowierung gesehen?"
Annie antwortete auf diese Frage nicht. Natürlich hatte sie diese Tätowierung gesehen. Man konnte kaum daran vorbei schauen. Ansonsten aber war sie ebenso überfragt wie Jean, der seiner Ratlosigkeit weiterhin Luft machte mit Fragen, auf die Annie nun lediglich mit einem Schulterzucken reagierte. Missmutig betrachtete sie den Fremden, in den plötzlich Leben kam. Er zuckte zusammen wie ein Kaninchen, das sich vor einem raschelnden Grasbüschel erschreckte, und machte große Augen. Grund dafür war Christas Stimme, die zu ihnen herüber wehte wie ein freundlicher Frühlingswind.
Was Christa fragte, schien der Tagwandler nicht wirklich zur Kenntnis zu nehmen; er schob hastig, geradezu fahrig, seine Kapuze wieder über den Kopf, als wolle er sich erneut verbergen. Als wäre ihm irgendwas peinlich. Dabei gab er hohe, geradezu winselnde Laute von sich, aus denen man mit viel Mühe gestammelte Worte entnehmen konnte.
"Oooh, aus der Nähe sieht sie noch viel süßer -"
"Du hast nur die falsche was?", verlangte dann jedoch Jean zu wissen. Erneut fuhr der Fremde zusammen. "Wie du siehst, haben wir kein T und kein W im Gesicht, wir sind keine Tagwandler."
Annie meinte, Ungeduld in seiner Stimme durchklingen zu hören. Verständlich, immerhin waren sie weder besonders sicher hier draußen, noch hatten sie Zeit zu verschenken. Dieser Waldschrat vor ihnen bekam bereits viel zu viel Aufmerksamkeit.
Ignorieren können wir ihn schlecht, dachte Annie bei sich. Wobei, ich selbst könnte das natürlich schon. Ich werde schließlich nicht mehr hinter die Mauern zurückkehren, von daher ... Doch Jean und Christa werden das, was dieser Kerl zu sagen hat, sicher wieder mit nach Rose bringen wollen. Ihre beiden Kameraden hatten ein Leben innerhalb dieser Mauern, einen Dienst und eine Pflicht. Annie dagegen hatte bloß noch eine einzige Aufgabe.
"Ich ... ich habe nur die falsche Frau angesprochen", erwiderte der Fremde nun, von Jeans Frage unter Druck gesetzt. "Angesehen, um genau zu sein. Nicht berührt, nicht angefasst, nein nein. Ich bin harmlos, wirklich."
Annie gab ein ungläubiges Schnauben von sich. "Es gibt also mehr von dir?"
"Natürlich gibt es mehr!", erwiderte der Fremde. "Ich ... Ich bringe euch gern zu ihnen!" Unter seiner Kapuze hindurch hatte er schon wieder einen Blick in Christas Richtung geworfen. "Es mag noch Tag sein, und ich sollte noch nicht dorthin gehen, doch ... Besucher sind sicherlich ein guter Grund für eine Ausnahme."
Er vollführte eine einladende Geste mit beiden Armen, deutete dabei hinter sich, tiefer in den Wald hinein.
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Jean Kirschstein

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Mo Nov 19, 2018 7:08 pm

Jean bedachten den Fremden mit kritischem Blick. Er verhielt sich seltsam und das nicht nur auf eine Weise. Auch die seltsame Reaktion, als Christa kam, war dem Hellbraunhaarigen nicht entgangen. Er sah kurz zu dem Blonden, dann wieder zurück zu dem Fremden. Seine Worte konnte er allerdings nicht richtig verstehen. Irendwas mit "Nähe". Er entschied sich, nichts dazu zu sagen, sich jedoch in Bereitschaft zu halten. Man konnte nie wissen, wann dieser Kerl plötzlich angreifen würde. Zwar sah er nicht angriffslustig aus und eigentlich ging Jean davon aus, dass sie einen Kampf sowieso gewinnen würden, dennoch würde er in diesem Moment nicht den Fehler begehen und das hier auf die leichte Schulter nehmen.
Auf Jeans Frage hin, antwortete der Kerl mit Worten, die das Ganze nicht unbedingt klarer machten. Er hatte nur die falsche Frau angesprochen, erklärte er. Nein, angesehen, korrigierte er sich dann. Jeans Augen verengten sich leicht. Er verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete ihn weiterhin.
Annies Frage daraufhin war berechtigt. Es gab mehr von ihm. Mehr, die waren wie diese fremde, komische Person. Man mochte es kaum glauben, aber es gab offensichtlich mehr von solchen Menschen.
Und dann wurde es erst richtig seltsam. Er erklärte, dass er sie dorthin bringen würde. Dass es zwar noch Tag war und er dort eigentlich noch nicht hin sollte, aber wenn er Besucher mitbrächte, war das wohl ein Grund zur Ausnahme.
Jean verstand nichts. Er wechselte Blicke mit Annie und Christa, bevor er die Stirn in tiefe Falten legte.
"Okay.", gab er von sich, wirkte jedoch nicht überzeug, "Und wo müssen wir dafür hin? Ist es weit weg von hier?", eigentlich hatten sie doch gar keine Zeit dafür.
Christa war inzwischen bei ihnen angekommen und blickte mit sorgenvoller Miene hin und her. Ihr schien der seltsame Typ natürlich auch nicht entgangen zu sein.
"In den Wald?", fragte Christa dann, als der Fremde mit den Armen in den Wald deutete, "Das hörts ich ja grausam an, dass du tagsüber nicht zurück zu deinen Leuten darfst. Mit was für grausamen Menschen lebst du denn zusammen?", man hörte Christas Stimme an, dass sie es nicht böse meinte, sondern eigentlich einfach nur voller Mitleid für den Kerl. Und ja, im Grunde hatte sie recht. Er konnte sich das irgendwie nur sehr schwer vorstellen und wüsste nicht, was er tun würde, wäre er in solch einer Lage ...
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Annie Leonhardt

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BeitragThema: Re: Unter Titanen: Verirrt im Wald   Fr Nov 23, 2018 3:07 am

Jean versicherte sich immer wieder mit prüfenden Blicken, ob seine Kameraden noch der gleichen Meinung waren wie er. Annie bestätigte immer wieder artig nickend, dass er alles richtig machte. So weit man das überhaupt sagen konnte. Auf diesen Moment hatte sie in der Grundausbildung niemand vorbereitet.
"Oh, es ist wirklich nicht weit", sagte der seltsame Kerl auf Jeans Frage hin. "Schließlich, je weiter man weg ist, umso weiter weg ist man vom rettenden Loch." Er sagte dies auf eine so gewichtige Weise, als wäre es ein Sprichwort.
Annie wandte sich leise an Jean. "Gehen wir halt und schauen. Im besten Falle haben wir einen Unterschlupf für den Tag."
Wer sich für den Waldschrat erbarmte, war derweil Christa. Sie empfand seine Geschichte offenbar als besonders traurig.
"Oooh, man - man - man muss eben überleben, mein Kindchen, ja", lautete die Antwort, mit viel Gestammel und halblautem Gekicher. Annie konnte dem Kerl förmlich ansehen, wie er unter seiner eklig klebrigen Tarnkleidung dahinschmolz, wenn er nur Christas Stimmchen hörte. Einem Stimmchen, das in der Lage wäre, Schiffe auf Untiefen auflaufen zu lassen.
Sie setzten sich in Bewegung, dem Mann in den Wald folgend. Das Unterholz war zum Glück nicht allzu dicht, und so konnten sie die Pferde ohne Probleme mit sich führen.
Annie zog leicht an Christas Uniform. "Pass auf bei dem Kerl", raunte sie der anderen Soldatin zu, "Der Kerl mag dich. Und ich bin nicht sicher, ob uns das so lieb sein sollte."
Nach wenigen Minuten bereits erreichten sie einen steilen Hang, den ein Trampelpfad hinab führte. Am Fuße des Hanges öffnete sich ein kleines Tal, durch den ein Bach verlief. Außer dem gab es Pferde. Ein halbes Dutzend von ihnen lief in einem Gatter umher.
Und dann waren da noch die Gewölle. Titanen-Gewölle. Die steinharten, mannshohen Klumpen, welche die halb zersetzten oder zerkochten Überreste der Verschlungenen enthielten. Solche hatte es auch in Trost gegeben. Hier lagen sie zuhauf im Tal herum, glänzend in der Sonne. Je näher man heran kam, umso genauer konnte man sehen, dass diese Klumpen offenbar wie Grabsteine behandelt wurden. Es lagen Blumenkränze vor ihnen, manchmal auch kleine Geschenke wie Schnappsfläschchen und dergleichen.
Annie wußte, dass Titanen diese Brocken gewöhnlich schon kurze Zeit nach dem Fressen auskotzten. Es gab so viele davon an dieser einen Stelle.
Der Tagwandler hatte sie nun fast an den Fuß des Hangs geführt. "Hier", flüsterte er aufgeregt, "Hier, hier gehts rein. Seht ihr?"
Der Pfad lief auf einen Höhleneingang zu. Genauer, es war der Einstieg zu einer Mine, wie das verwitterte Emblem gekreuzter Hämmer zeigte, welches darüber im Stein prangte.
"Die Pferde können dorthin, dorthin", erklärte er und zeigte zum Gatter. "Die Titanen interessieren sich eh nicht für sie."
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